BDI-KlimastudieBDI-Klimastudie verdeutlicht hohen Investitionsbedarf zur Erreichung der Klimaziele

Die vom BDI in Auftrag gegebene Studie „Klimapfade für Deutschland“ beziffert erstmals die Kosten für das Klimaschutzziel 2050. Trotz erheblicher Herausforderungen und Risiken für die Nichteisen(NE)-Metallindustrie unterstützt die Branche die ehrgeizigen Ziele und setzt sich für eine CO2-Minderung ein. Diese kann allerdings nur mit einer kosteneffizienten, innovationsfördernden und technologieoffenen Klimapolitik gelingen.

Berlin (18.01.2018) –Die BDI-Studie, die von der Boston Consulting Group und Prognos, unter der Mitarbeit der WVMetalle, erarbeitet wurde, zeigt erstmals mit welchen volkswirtschaftlichen Kosten in Deutschland mindestens gerechnet werden muss, um eine 80 %- bzw. 95 %-CO2-Reduzierung zu erreichen. Dabei wird deutlich, dass selbst bei optimaler Umsetzung die Kosten für die Industrie sehr hoch sein werden. „Die Zusatzinvestitionen betragen schon im 80 %-Szenario mindestens 1,5 Billionen Euro“, sagt Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle). „Nur wenn alle in der Studie getroffenen Annahmen tatsächlich eintreffen und optimal umgesetzt werden, können die Gesamtkosten eingehalten werden. Dazu gehört u. a. ein vollständiger Carbon-Leakage-Schutz, Klimaschutzinvestitionen trotz niedriger Verzinsung und keine Netzengpässe. Ansonsten droht eine noch höhere Belastung für die Industrie.“ Durch den hohen Investitionsbedarf werden Wachstum, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit gefährdet, da sie ausschließlich der Klimazielerreichung dienen und keinen Wachstum generieren.

Als energieintensive Industrie steht die NE-Branche vor besonderen Herausforderungen. Die Studie belegt, dass negative Auswirkungen nur bei vollständigem Carbon-Leakage-Schutz vermieden werden können und dieser fundamentale Voraussetzung für effektiven Klimaschutz ist. Dies erfordert bereits heute erheblichen politischen Handlungsbedarf, denn erst 2017 wurde in Brüssel bei der Reform der Emissionshandelsrichtlinie ein geringerer Carbon-Leakage-Schutz als bisher beschlossen. So wird u. a. die Anzahl kostenloser Zertifikate deutlich verringert werden. „Carbon-Leakage-Schutz ist gerade für die NE-Metallindustrie besonders wichtig, da sie im internationalen Wettbewerb steht, Preisnehmer auf internationalen Märkten ist und zusätzliche Kosten für den Klimaschutz nicht weiterreichen kann“, so Erdle weiter.

Die Studie betont den hohen Wert, den das Recycling für den Klimaschutz spielt. So lassen sich in der NE-Metallindustrie ca. 2 Millionen Tonnen CO2 durch Recyclingmaßnahmen einsparen. Die CO2-Einsparungen resultieren daraus, dass Metalle aus Sekundärmaterialien mit deutlich geringerem Energieeinsatz hergestellt werden können. 

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