UmweltRecycling liegt in der DNA der Metalle

Der Metallpool wird zur modernen Lagerstätte in der Technosphäre. Infrastruktur und Produkte sind die neuen Metallspeicher. Aus Mining wird Urban Mining.

„ Wir müssen unsere Ressourcen recyceln und dürfen sie nicht als Abfall in Deponien vergraben.“ Mit diesem Statement brachte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik im Juli vergangenen Jahres ein Paket zur Förderung der Kreislaufwirtschaft auf den Weg – kurz vor dem Ende seiner Amtszeit. Für Potocnik stand fest: Bei anhaltendem Weltbevölkerungswachstum müsse es letztlich zu einer globalen Ressourcenkrise kommen. Denn Schwellenländer übertragen vermeintlich lineare Wirtschaftssysteme der Industriestaaten auf Millionen neue konsumfreudige Verbraucher.

Der EU-Kommissar plädierte dafür, das auf Wachstum angelegte lineare Wirtschaftssystem in eine Kreislaufwirtschaft umzugestalten. Eine zirkulierende statt einer linearen Wirtschaft? Wer im Kreis läuft, gilt im Allgemeinen eher nicht als effizient. Als Ausweis von Effizienz gilt vielmehr lineares Handeln. Eine typisch menschliche Sichtweise. Denn die Natur organisiert sich seit jeher in Kreisläufen von Stoffströmen. Beispiele hierfür sind der Wasserkreislauf oder der Kreislauf von Biomasse über die Stufen Pflanzenwachstum, Absterben, Kompostierung und neues Wachstum.

Die Ähnlichkeiten von Kreisläufen in der Natur im Vergleich zu Metallen sind dabei vielfältig. Anders als viele andere Materialien werden Metalle nicht verbraucht. Sie lassen sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand und ohne Qualitätsverluste immer wieder zu neuen Werkstoffen umwandeln. Damit kommen Metalle erneuerbaren Rohstoffen sehr nahe. Überraschend ist das nicht, sind Metalle doch natürliche Elemente der Erdkruste. Die Natur hat das Recycling in ihre DNA diktiert. Metallrecycling gleicht damit unter anderem dem Kreislauf des Wassers. Es nutzt die von der Natur gegebene Kreislauffähigkeit von Metallen, um der Gesellschaft immer wieder hochreine neue Werkstoffe zur Verfügung zu stellen, die sich auch durch ihre Nutzung nicht verbrauchen.

Schätzungen zufolge werden 80 Prozent des jemals erzeugten Kupfers und 75 Prozent des jemals erzeugten Aluminiums heute noch genutzt. Der Mensch legt damit einen eigenen Metallpool an. Dieser wird durch die hohe Nachfrage in sich entwickelnden Gesellschaften und die meist lange Bindungsdauer in Produkten oder der Infrastruktur beständig größer.

 

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