Donnerstag, 23. Mai 2013
PRESSEMITTEILUNG:
13. Juni 2012
Thesen zur Nachhaltigkeitsdebatte der Nichteisen-Metallindustrie zu Rio+20
Präsentation des Dossiers anlässlich des Industrie-Dialogs Brüssel-Berlin am 13. Juni in Berlin

Die WirtschaftsVereinigung Metalle hat ein Link-Dossier mit Thesen zur Nachhaltigkeitsdebatte der NE-Metallindustrie erstellt und bekräftigt darin ihr Bekenntnis zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung als Grundlage politischen und wirtschaftlichen Handelns.

1.
Die NE-Metallindustrie bekräftigt ihr Bekenntnis zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung als Grundlage politischen und wirtschaftlichen Handelns. Dabei geht es um die angemessene Balance der Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales, eine an der Unternehmensrealität neu ausjustierte nationale und europäische Industriepolitik und um den Umgang mit den daraus resultierenden Interdependenzen und Zielkonflikten.

2.
"Greening the Economy" umschreibt als Element der intensiven Nachhaltigkeitsdiskussion eine nachhaltige Wirtschaftsweise, bei der unter Berücksichtigung sozialer Auswirkungen Wachstum, Energie und Ressourceneffizienz klimafreundlich und umweltschonend gestaltet werden. Für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sind Innovationen, intakte Wertschöpfungsketten sowie Wachstum essentiell notwendig.

3.
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum benötigt das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte. Nur mit gebündelten und koordinierten Kräften können die vor uns stehenden Nachhaltigkeitsherausforderungen wirkungsvoll adressiert werden. Dies schließt Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Organisationen des öffentlichen Lebens sowie Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines kontinuierlichen industriepolitischen Dialoges ausdrücklich mit ein.

4.
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum umfasst die gesamte Wirtschaft. Klassische Wirtschaftszweige sind integraler Bestandteil in diesem Prozess. Die Verankerung von Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in klassischen Industrien sind Modernisierungstreiber insbesondere bei der Verbesserung der Energie-, Rohstoff- und Materialeffizienz in Prozessketten. Das bedarf daher grundstoff- und energieintensiver Industrien als tragende Säulen der industriellen Produktion. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, bestehende Wertschöpfungsketten in Deutschland und an internationalen Standorten zu erhalten.

5.
Wesentliche Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschafswachstum sind die Schaffung eines "Level Playing Field" für Unternehmen im globalen Wettbewerb, eine Stärkung des Denkens in Wertschöpfungsketten, die Förderung der Akzeptanz für Technologie und Offenheit für Materialien, den Abbau von Handelshemmnissen, der gezielte Einsatz von Forschungsförderung und die Schaffung der erforderlichen Infrastrukturen. Im Rahmen der Stoffpolitik muss zugunsten einer risikobasierten Politik zwischen Gefahr und Risiko unterschieden werden.

6.
Auf der Rio+20 Konferenz wird sich "Ressourceneffizienz" als das entscheidende Schlüsselkonzept durchsetzen. Eine Erhöhung der Ressourceneffizienz beinhaltet die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch. Das Entkopplungskonzept stellt eine Abkehr vom reinen Suffizienz (Verzichts)-Prinzip dar und basiert auf wichtigen Ansätzen wie der Lebenszyklusbetrachtung von der Gewinnung der Rohstoffe über deren Verarbeitung und Nutzung bis zum Recycling. Die Komplexität der mit dem Entkopplungskonzept verbundenen methodischen Fragen (Berechnung von Rohstoffäquivalenten, Berücksichtigung von Im- und Exporten) ist anspruchsvoll. Die NE-Metallindustrie arbeitet an der Lösung der methodischen Fragen aktiv mit.

7.
Bei der Diskussion um die Rolle von Metallen im Rahmen der Ressourceneffizienz-Debatte ist zwischen Rohstoffeffizienz, Materialeffizienz und Produkteffizienz zu unterscheiden. Metalle werden zwar aus einer nicht erneuerbaren Rohstoffbasis generiert, durch nachhaltiges Materialmanagement wird die Materialbasis aber langfristig erhalten. Hier bedarf es richtiger Rahmenbedingungen (z.B. Kompensationen für Marktverzerrungen durch energiepolitische Maßnahmen, Bekämpfung illegaler Exporte und nichteffizienter Verwendungsverfahren in nicht-europäischen Ländern).

8.
Das Recycling von Metallen im Rahmen einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist ein wesentlicher Hebel zur Verringerung sowohl der Energie- als auch der Ressourcenintensität. Durch Recycling werden metallische Ressourcen immer wieder einer Nutzung verfügbar gemacht. Metalle sind damit „permanente Ressourcen“. Metall wird nie verbraucht, sondern nur gebraucht, recycelt und ohne Qualitätsverlust neu verwendet. Die NE-Metallindustrie trägt insbesondere durch das Recycling und das Heben von Recyclingpotenzialen wesentlich zur Material- und Ressourceneffizienz und damit zur Rohstoffsicherheit bei. Durch Recycling spart die deutsche Volkswirtschaft Rohstoffimporte von 3,7 Milliarden Euro pro Jahr. Nach einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) wurden im Jahr 2007 allein durch das Kupferrecycling und die damit verbundene Verwertung sekundärer Vorstoffe 117 Millionen Tonnen Rohstoffe und 81 Petajoule Energieaufwand eingespart.

9.
Eine wachsende Wirtschaft bedarf auch in Zukunft primärer Rohstoffe, da die sekundären Rohstoffe meist lange in der Infrastruktur oder in langlebigen Anwendungen gebunden sind. Der Zufluss primärer Rohstoffe steht nicht im Widerspruch zur Ressourceneffizienz: Ganz im Gegenteil – bei Metallen wirken Rohstoffversorgung und Ressourceneffizienz in die gleiche Richtung.

10.
Die Unternehmensinitiative "Metalle pro Klima" unter dem Dach der WirtschaftsVereinigung Metalle belegt, wie mit effizienter Anlagentechnik in der Produktion, Produkten aus NE-Metallen für Klimaschutztechnologien und modernem Recycling zu Ressourcen- und Energieeffizienz und Klimaschutz beitragen. Die Mitgliedsunternehmen haben seit 1990 den spezifischen Energieeinsatz für jede produzierte Tonne um mehr als 26% gesenkt. Metalle pro Klima zeigt als einzige verbliebene Industrieplattform für Klimaschutz anhand konkreter, fakten- und wissensbasierter Best Practice-Beispiele auf, wie Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klimaschutz in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Industrie-Dialog Brüssel-Berlin finden Sie unter:




Links:
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