Neue DERA-Liste verdeutlicht Risiken bei der Rohstoffbeschaffung

Die neu veröffentlichte DERA-Liste zu potenziell kritischen Rohstoffen zeigt, dass die Risiken bei der Beschaffung zunehmen.

Berlin (04.05.2017) – In ihrer aktuell veröffentlichten Rohstoffliste zu potenziell kritischen Rohstoffen macht die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) deutlich, dass die Risiken für die Industrie zunehmen. Denn die Beschaffung von zahlreichen mineralischen Rohstoffen und Zwischenprodukten unterliegt weiterhin hohen Preis- und Lieferrisiken. Die Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVMetalle) zeigt sich darüber besorgt und weist auf die Wichtigkeit einer zielgerichteten Rohstoffpolitik hin. „Deutschland ist auf den Import von Rohstoffen angewiesen. Nur mit einer sicheren und planbaren Rohstoffversorgung bleiben wir wettbewerbsfähig“, sagt Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der WVMetalle. Ganze Zukunftstechnologien sind mit einer verlässlichen Rohstoffversorgung verbunden, wie beispielsweise die Elektromobilität.

40 Prozent der knapp 300 von der DERA untersuchten Rohstoffe und Zwischenprodukte weisen hohe potenzielle Beschaffungsrisiken auf. Gründe hierfür sind, neben der zum Teil ausgeprägten Marktmacht einzelner Rohstoffländer, auch die erhöhten politischen Risiken. Die hohe Angebotskonzentration und Marktmacht von einigen Staaten, ist nicht im Interesse der deutschen Industrie und kann strategische Nachteile für die Nichteisen-Metallindustrie auslösen. „Deshalb muss sich die zukünftige Bundesregierung intensiv mit einer sicheren Rohstoffversorgung der deutschen Industrie befassen“, fordert Erdle, „und effiziente Strukturen schaffen, um die Lieferrisiken zu minimieren.“

Die DERA-Analyse hebt außerdem die Bedeutung Chinas hervor, insbesondere für weite Teile der höheren Wertschöpfungskette. China will mithilfe des „Made in China 2025 Plan“ in zahlreichen Schlüsselindustrien Weltmarktführer werden. Insbesondere bei der Weiterverarbeitung von zahlreichen Metallen gelang es China im vergangenen Jahrzehnt, weitere Marktanteile zu gewinnen. Außerdem steigen u. a. das Länderrisiko (HHI-Index) bei Magnesium sowie der Marktanteil Chinas auf 85 Prozent. Diese Entwicklung sieht die Studie auch bei anderen Nichteisenmetallen, insbesondere denen, die für Hochtechnologie-Produkte benötigt werden. Deshalb braucht Deutschland und Europa eine mittel- und langfristige Strategie zum Erhalt der industriellen  Wertschöpfungsketten. Dazu gehört vor allem eine effektive Rohstoffpolitik.

Die Ergebnisse der DERA-Rohstoffliste sind vor allem für Unternehmen der verarbeitenden Industrie wichtig, um Schwachstellen in ihrer Lieferkette zu identifizieren.

Weitere Informationen:

Hier finden Sie die DERA-Rohstoffliste 2016 zum Downloaden

Informationen und Positionen für den Bereich Handels- und Rohstoffpolitik der WVMetalle  

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