Die geplante Reform des europäischen Emissionshandelssystems (ETS 1) stellt die energieintensive Industrie vor neue Herausforderungen. Insbesondere für die NE-Metallindustrie drohen durch verschärfte Regelungen zusätzliche Kosten und Wettbewerbsnachteile. Dabei muss die europäische Klimapolitik nicht nur die Reduktion von Emissionen vorantreiben, sondern auch die industrielle Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa sichern.
In unserem neuen Spotlight beleuchtet unsere Kollegin Jeanne Demuth zwei besonders kritische Aspekte der geplanten ETS-Reform: die konditionale Zuteilung kostenfreier Emissionszertifikate und die sogenannten Fallback-Benchmarks. Während die geplante Verknüpfung kostenloser Zertifikate mit klimafreundlichen Investitionen den Schutz vor Carbon Leakage gefährdet, führen unrealistische Benchmarks zu zusätzlichen finanziellen Belastungen. Dies kann nicht nur die Dekarbonisierung erschweren, sondern auch die Verarbeitung komplexer Rohstoffe und damit die Kreislaufwirtschaft beeinträchtigen.
Aus Sicht der WVMetalle muss die ETS-Reform deshalb Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen berücksichtigen. Der Schutz vor Carbon Leakage muss ohne zusätzliche Konditionen erhalten bleiben. Gleichzeitig müssen die Fallback-Benchmarks an die tatsächlichen technischen Gegebenheiten der NE-Metallindustrie angepasst werden. Unternehmen dürfen nicht für fehlende Infrastruktur, hohe Strompreise oder nicht verfügbare Technologien benachteiligt werden. Nur so können Investitionen in klimafreundliche Produktionsverfahren ermöglicht und die industrielle Wertschöpfung in Europa langfristig gesichert werden.

