WVMetalle befürwortet strukturelle Reformen der Energiewende

Pressemitteilung

Berlin

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24.2.26

Wettbewerb stärken, Netzkosten fair verteilen, Energieversorgung sichern

Die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle) begrüßt die aktuellen Reformüberlegungen des Bundeswirtschaftsministeriums zum Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien. Aus Sicht der NE-Metallindustrie ist klar: Die Energiewende kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn Wettbewerb und Marktmechanismen gestärkt, Investitionsrisiken fair verteilt und Systemkosten konsequent begrenzt werden.

Wettbewerb statt Sonderlogik – Erneuerbare an Netzkosten beteiligen

Erneuerbare Energien sind ein zentraler Baustein für Klimaschutz und Transformation. Gleichzeitig müssen sie – wie alle anderen Energieerzeuger auch – Verantwortung für die durch sie verursachten System- und Netzkosten übernehmen. Eine einseitige Belastung von Netzkunden und Industrie gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Die WVMetalle unterstützt daher Ansätze, die Anreize für netzdienliche Standorte setzen und Fehlsteuerungen vermeiden. Die geplante Abkehr vom „Windhund-Verfahren“ hin zu einer stärker netzorientierten Steuerung des Zubaus ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch ein „Redispatchvorbehalt“, bei dem in bereits überlasteten Netzgebieten keine Entschädigungen mehr für Abregelungen bei Neuanschlüssen gezahlt werden, kann helfen, Fehlanreize zu reduzieren und Redispatchkosten sowie Netzentgelte zu senken.

Entscheidend ist: Es braucht eine faire Risikoverteilung zwischen den verschiedenen Energieeinspeisern. Wer Investitionen tätigt, muss sich an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientieren – das sollte mittlerweile ebenso für erneuerbare Anlagen gelten.

Systemintegration statt Mengenziele

Für die NE-Metallindustrie steht fest: Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss konsequent systemdienlich erfolgen. Eine reine Orientierung an Ausbauzielen reicht nicht aus.

Notwendig sind:

  • Bessere Integration: Eine optimierte Einbindung der erneuerbaren Energien, etwa durch Überbauung geeigneter Netzknoten, Netzentgelte für volatile Einspeiser sowie eine Verstetigung der volatilen Erzeugung.
  • Neue Förderarchitektur: Eine netzdienliche Struktur, die keine Zahlungen bei Abregelung vorsieht.
  • Versorgungssicherheit: Der gezielte Aufbau von Back-up-Kraftwerken zur Überbrückung von Dunkelflauten.

Zusätzliche Umlagen oder neue Fehlanreize dürfen die Strompreise nicht weiter belasten. Industrielle Flexibilisierung kann zwar einen begrenzten Beitrag bei manchen Produktionsprozessen leisten, ist jedoch nur teilweise möglich und kann kein Ersatz für eine funktionierende Infrastruktur sein.

Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit neu austarieren

Die NE-Metallindustrie steht zur Transformation und zum Klimaschutz. Damit die Energiewende dauerhaft Akzeptanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit behält, sind strukturelle Reformen erforderlich. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssen wieder gleichrangig berücksichtigt werden.

Die WVMetalle appelliert an die Bundesregierung, die angekündigten Reformen umzusetzen und marktwirtschaftliche Prinzipien konsequent zu stärken. Nur so lässt sich eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung am Industriestandort Deutschland gewährleisten.

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Kontakt

Jeanne
Demuth
Referentin Energiepolitik | Klimapolitik
demuth@wvmetalle.de+49 30 726207- 102
Sylvia
Postranecky
Co-Leitung Politik & Kommunikation
postranecky@wvmetalle.de+49 30 72 62 07 105
Katrin
Schön
Co-Leitung Politik & Kommunikation
schoen@wvmetalle.de+49 30 72 62 07 104